Werte Leserschaft, ich wünsche euch als erstes mal einen wunderschönen Sommer! Mein eigener ist bereits in vollem Gange und er droht noch viel spannender zu werden. Vollbepackt mit Programm habe ich eigentlich den ganzen August schon jetzt an die lästige Freizeit verloren. Und als Vorhut habe ich die letzten Julitage auf der Alpe Birkach überm Gunzesrieder Tal verbracht, zusammen mit zahlreichen Freunden.
Angekommen in den verregneten Allgäuer Alpen widmeten wir uns erstmal einem kräftigen Vesper. Die urige Hütte wurde mittels Lagerfeuer eingeheizt und schon bald war es wohlig warm in der Küche. Schon auf der Hinfahrt über die steilen Serpentinen wurde mir gesagt, dass hier auf Hygieneeinrichtungen der modernen Zivilisationen verzichtet werden muss. Der große Männeranteil auf der Hütte hing eventuell auch mit dem Plumpsklo zusammen…
Aber umso schöner war die Stimmung fernab der schnellen Welt da unten. Am ersten Tage ging es relativ zeitig zu Bett, hieß es doch am nächsten Tage gegen 6 Uhr den Kojen wieder zu ensteigen, um zu einer Bergwanderung aufzubrechen, die es in sich hatte. Deshalb waren wir wohl auch nur vier mutige Wandersmänner. Mit Auto und Bus fuhren wir bis auf 1087 Meter Höhe zum Giebelhaus und wanderten von dort aus auf den Gipfel des Großen Daumen, satte 2280m! Mit etwas unter 3 Stunden waren wir auch deutlich unter den Erwartungswerten der Wegweiser. Der Ausblick war auf dem Gipfel zwar eher mit einem Dampfkessel gleichzusetzen, aber auch ein Vesper im Nebel und ein paar Felsen hat sein ganz eigenes Flair.
Noch beeindruckender war für mich aber der Laufbichl-See, in dem sich die umliegende Alpenlandschaft wunderbar spiegelte und der auch bei Nebelschwaden und kühler Luft von ergreifender Schönheit glänzte. Bergab landete manch einer manches Mal im Matsch, denn die steilen Pfade waren dank des vorangegangenen Regentages sehr in Mitleidenschaft geraten. Unten gönnten wir uns Cola und Radler, bis uns schließlich der Bus wieder in Richtung Hütte brachte.
Schweißüberströmt und mit schweren Gliedern wagten es nur zwei Mutige, in den eisigen Kuhtrog zu steigen, um sich von Schweiß und Schlamm zu reinigen.
Des Kuhtrogs Kälte ließ uns schreien, doch konnt’ er uns vom Schweiß befreien.
Und dank der gut geheizten Hüttenstube wurde uns auch schnell wieder warm. Hat gut getan und sicherlich abgehärtet!
Der nächste Tag ging mit Spielen, Spirituosen und Grillfleisch vorbei – aber ein weiterer (noch kälterer) Gang zum Kuhtrog durfte nicht fehlen, dieses Mal hieß es nebenbei noch die Kühe von ihrer Trunkstätte und unseren Kleidern fernzuhalten. Die Rindviecher zeigten sich an jenem Tage deutlich neugieriger als zuvor…
Tags darauf sprangen wir erneut früh aus den Federn und machten uns nach ordentlichem Frühstück an die Heimfahrt. War eine hochspaßige Angelegenheit, Leute!


