Für einen kleinen Weihnachtsslam mit meinen Poetenkollegen Till und Achim habe ich mich bemüht, ein kurzes vergnügliches Weihnachtsgedicht zusammenzudichten. Hier ist das Ergebnis!
Vor über 2000 Jahren schon
Saß ein orientalischer Baron
Mit seinen zwei drogenabhängigen Kollegen
Auf der Tavernenterrasse beim Kartenlegen.
Und wie die drei Herren aus dem Osten
Weihrauch und Früchtetee verkosten,
Da sehen sie plötzlich hoch oben am Himmelszelt
Den wohl strahlendsten Stern der östlichen Welt.
Diese bemerkenswerte Sensation
Hält Kaspar für eine Halluzination,
Balthasar will sofort die Kamele satteln,
Doch Melchior raucht weiter getrocknete Datteln.Unterdessen liegt in Bethlehem
Auf Heu und Stroh ganz unbequem
Das neugeborene Jesuskind
Und hört statt Mariah Carey nur den heulenden Wind.
Rundum nur Schnee und Eis,
Denkt sich das Kind, ja so ein Scheiß.
Und noch dazu ist es arschkalt,
Es fehlt dem Kind an Fettgehalt.
Kein Geschenk hat es bekommen,
Nur Ochs und Esel sind gekommen,
Von Sekt und Prosecco keine Spur,
Der Nikolaus ist wieder auf Ausnüchterungskur.
Man kann zwar Schnee zu Rotwein machen,
Doch ist auch das nur schwer zum Lachen,
Denn mit solch einsamem Vergnügen
Will sich das Christkind nicht begnügen.Irgendwo im Wüstensand
Wandern die drei aus dem Morgenland.
Sie folgen dem leuchtenden Kometen,
Sie eilen, das Kindchen anzubeten.
Denn als der letzte Dübel war gepafft,
Hat man sich doch noch aufgerafft.
Zahlreiche Geschenke in den Händen
Von dubiosen Kräuterständen.
Und dann übersehen sie in ihrer Hast fast
Das Grüppchen Hirten bei der Rast,
Die friedlich am Lagerfeuer hocken
Und per Smartphone World of Warcraft zocken.
Als Kaspar das sieht, da platz ihm der Kragen:
“Wie könnt ihr es wagen -
Um Himmels Willen -
Heute Nacht Flamer und Kacknoobs zu killen!?”“Sag, was stört ihr zu so später Stunde?”
Fragen die Hirten, “Und – Was riecht ihr so streng aus dem Munde?”
Der Melchior errötet, denn – mal ungelogen -
Hat er sich so manch buntes Kraut reingezogen.
Doch wütend erwidert der König sodann:
“Wie man das überhaupt fragen kann!
Seht ihr denn nicht den himmlischen Stern?
Er wird uns leiten zum Sohn unsres Herrn!”Die Hirten, sie nehmen den Newbie beim Wort
Und schalten auf Tastensperre sofort.
Eilig wird noch der Spielstand gespeichert,
Sind doch die Characters um Erfahrung bereichert!
Die Karawane zieht weiter und mit ihr ein Duft,
Ein ausgelaufener Akku mufft,
Und Melchior riecht immer noch arg aus dem Maul,
Es war wohl die letzte Dattel doch faul…Während dieser Ereignisse nun
Kann Jesus im Stall kein Auge zu tun.
Wie würden nun Gäste die Party beleben,
Fürs Brot verteilen würd Jesus sein Leben geben.
Doch er liegt nur weiter in kratzigen Spänen,
Hört innerlich Deprimucke, weint einsame Tränen,
Doch halt – Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Fragt sich das traurige Jesuskind.
Es sind die Hirten und die Weisen,
Sie kommen, mit Jesus gemeinsam zu speisen!
Denn dass jedem Gast was zu essen gebührt,
Das hat der Kaspar schon lange gespürt.
So knien sie nieder und jubeln vor Glück,
Feierlaune kehrt in den Stall zurück.
Und Jesus liegt in der Krippe und lacht,
Denn Freude und Liebe bringt die heilige Nacht.



1 Antworten auf “Ein Weihnachtsgedicht”
Mamamia
4. Januar 2012 um 21:44
Hast du das wirklich selber gedichtet? – wenn ja – genial!